„Schutzräume für Menschen mit Demenz“

Das Projekt „Schutzräume für Menschen mit Demenz“ ist Teil der Kampagne „Unsere Kommune ist demenzfreundlich. Charlottenburg-Wilmersdorf“, dessen Ziel u.a. die Aufklärung und Enttabuisierung der Krankheit Demenz ist. Immer häufiger geschieht es, dass ältere Menschen orientierungslos und offensichtlich an Demenz erkrankt auf der Strasse oder anderswo in der Öffentlichkeit angetroffen werden. Die Polizei hat bislang normalerweise diese Menschen mit auf die Polizeistation genommen, bis der Herkunftsort herausgefunden wurde. Dieser Umstand ist für die Betroffenen unangenehm, da unter anderem pflegerische Grundbedürfnisse, wie zum Beispiel der Wechsel von Inkontinenzmaterial, von den Beamten nicht erfüllt werden können.


Das Ziel des Projekts ist, dass Menschen mit Demenz in solchen Situationen von professionellem Pflegepersonal betreut werden. Um die Versorgung zu optimieren, hat der Gerontopsychiatrische Verbund Charlottenburg-Wilmersdorf e.V. in Kooperation mit dem Bezirksamt und der Polizeidirektion 2 folgende innovative Lösung erarbeitet: Menschen, die im Bezirk orientierungslos angetroffen werden und offensichtlich an einer Demenz erkrankt sind, werden seit dem 1. Februar 2011 einer Pflegeeinrichtung, die Schutzraumanbieter ist, zugeführt und dort adäquat versorgt, bis der Wohnort von der Polizei ermittelt ist.


Schutzräume dürfen nur Einrichtungen anbieten, die Mitglied im GPV e.V. sind und einen zweiseitigen Kriterienkatalog erfüllen. Diese Kriterien sind unter Beteiligung der Abteilung Soziales und Gesundheit des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf erarbeitet worden. Folgende fünf Einrichtungen haben sich dankenswerterweise als Schutzraum zur Verfügung gestellt:

  • Gerontopsychiatrisches Zentrum Lyckallee GmbH
  • GPVA – „Barbara von Renthe- Fink- Haus“
  • Vivantes- Forum für Senioren - Haus Jungfernheide
  • Grunewald Seniorenpflege GmbH - Herthasee Seniorzentrum
  • KATHARINENHOF City-West

Nutzer der Schutzräume sind ausschließlich Personen, die durch die Beamten der Polizei in akuter Notlage zu den Schutzräumen gebracht werden. Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern, die Menschen mit Demenz in einer offenkundigen Notlage antreffen, die Polizei unter 110 anzurufen.

 
Mit diesem Pilotprojekt möchten wir die Einbindung von Menschen mit Demenz in die Kommune verbessern. Im  Falle von Fragen können Sie uns gerne unter folgender Telefonnummer erreichen: 030-3010 5552 oder im Internet unter www.gpverbund.de.